Ratgeber

Fotoratgeber #1 – Photo Hacking

Möchtest du hochwertige Aufnahmen erzielen, besitzt aber keine Profi-Ausrüstung ? Wir zeigen dir, wie du mit ein paar einfachen Tricks das Beste aus deinen Bildern herausholst… und was du vermeiden solltest

Wenn du dir bereits ein anspruchsvolles Kamerasystem geleistet hast (und noch wichtiger mutig genug bist dieses in die Lüfte zu entlassen), sollte dein Fokus bei der Bildbearbeitung liegen. Wir schauen uns die üblichen Probleme und Fehler an, die entstehen wenn FPV oder Actionkameras für Aufnahmen genutzt werden. Auch (Semi-)professionelle Systeme stoßen in bestimmten Bereichen an ihre Grenzen. Hier hilft die Bildbearbeitung. Wir wollen ein paar Fotohacks, Tipps und Geheimnisse vorstellen um bessere Ergebnisse zu erzielen. Zwar ist es nicht ohne weiteres möglich eine schlechte Aufnahme in etwas total großartiges zu verwandeln, dennoch zeigen wir ein paar Möglichkeiten das „richtige“ Foto zu schießen bzw. zu bearbeiten.

Dynamic Range

Vielleicht bist du schon mal auf den Begriff Dynamic Range in einem Forum gestoßen oder hast an anderer Stelle schon mal davon gehört. HDR steht für High Dynamic Range und der beste Weg um HDR zu „verstehen“ ist, an die eigenen Luftaufnahmen zu denken. Hast du schon mal eine Aufnahme von einem prächtigen Sonnenuntergang gemacht, um anschließend festzustellen, dass die Aufnahme langweilig, nichtssagend und zu dunkel ist ? Vielleicht hast du aber auch eine wundervolle Landschaftsaufnahme geschossen um zu sehen, dass der Himmel auf deinem Bild blass wirkt und die Farben nicht so dargestellt werden wie sie eigentlich sind?
Eine der ersten Sachen, die wir in Sachen Fotografie lernen sollten ist, dass die Sonne sich immer hinter unserer Kamera befindet. Alle Objekte haben hellere und dunklere Bereiche. Kurz gesagt, hellere Bereiche brauchen eine kürzere Belichtungszeit als dunkle. Dieser Unterschied (Dynamic Range) sorgt bei den meisten (günstigen) Kameras für schlechtere Resultate. Abhängig von den Einstellungen muss man einen Kompromiss zwischen Bildschärfe, Helligkeit und Schatten eingehen. In einigen Fällen kann es durchaus vorkommen, dass bestimmte Bereiche von der Kamera Perfekt aufgenommen werden andere jedoch nicht. Das führt z.B. zum „blown out“ überbelichteten Bereichen wodurch z.B. der Himmel nicht mehr erkennbar oder nur noch weiß ist. Für echtes HDR benötigt man „bracketing“ eine Belichtungsreihe, dabei wird dasselbe Motiv mehrmals bei unterschiedlichen Belichtungseinstellungen abgebildet (beispielsweise +/− einer halben oder drittel Blendenstufe) oder man nimmt eine Reihe von Bildern bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen auf. Die aufgenommenen Bilder „merged“ man anschließend d.h. die Bilder werden miteinander verschmolzen bzw. zusammengeführt um am Ende eine Bilddatei zu erhalten. Für diese Arbeit kommt in den meisten Fällen eine Bilbearbeitungssoftware wie z.B. Photoshop zum Einsatz. Selbstverständlich gibt es auch Spezialsoftware, die diesen Prozess vereinfachen. 50-100€ kann man hier schon mal los werden. Für den Anfang stellt aber die kostenlose Software Lumiance HDR eine gute alternative dar. Wir wollen euch wie bereits erwähnt in diesem Beitrag Hacks & Tricks zeigen, die relativ schnell, einfach und wiederholbar sind. Wenn es schnell und einfach gehen soll, bearbeiten wir unsere vorher getätigten GoPro Aufnahmen, auch gern mal mit Snapseed (Android / iOS). Wahrscheinlich kommst du mit deinen Aufnahmen nicht aufs Cover der National Geograhic, aber vielleicht landen diese wenigstens in deiner eigenen Hall of Fame oder auf deiner Facebook Wand.

HDR-Beispiel 1

HDR - Beispiel 1

HDR – Beispiel 1


HDR - Beispiel 1 bearbeitet

HDR – Beispiel 1 bearbeitet

Das erste Fotos zeigt ein Bild von einer altern Raffinerie welche an einem Winterabend geschossen wurde. Die Sonne stand tief hinter uns, dass fast der komplette Vordergrund unterbelichtet und dunkel ist. Auch wirken die Wolken langweilig und platt. Nachdem wir die Aufnahme in Snapseed geladen haben, gehen wir auf Filter -> „HDR-Scape“. Wie bei den meisten Filtern, ist es am besten sich langsam anzunähern und nur schrittweise Veränderungen vorzunehmen, bis man das gewünschte Ergebnis erreicht. Die Filterstärke haben wir auf ca. 35% gesetzt. Bei Werten darüber, hatten wir Unruhen im Bild und dunkle Bereiche wirkten unnatürlich und seltsam. Die Helligkeit haben wir anschließend auf ca. 40% gestellt um den Vordergrund ein wenig hervorzuheben. Für den letzten Schliff kannst du die Feinabstimmung von Snapseed nutzen Tools -> „Feinabstimmung“. In diesem Beispiel haben wir unsere Helligkeit auf -30% und die Sättigung auf +40% gesetzt. Dadurch kommen in unserem Fall mehr Details zum Vorschein. Selbstverständlich kannst du auf diese Weise noch eine Menge anderer Anpassungen vornehmen. Nutze Tools wie z.B. den Pinsel oder die Selektive Anpassung um bestimmte Bereiche zu bearbeiten vorsichtig. Was eventuell an einem Bereich funktioniert und gut aussieht wird dir vielleicht dadurch Probleme oder einen unschönen Effekt an einer anderern Stelle im Bild verschaffen.

HDR-Beispiel 2

HDR - Beispiel 2

HDR – Beispiel 2


HDR - Beispiel 2 bearbeitet

HDR – Beispiel 2 bearbeitet

HDR-Tipps

· Wenn deine Kamera die Option bietet, Bilder im RAW-Format zu speicher, solltest du wann immer du kannst diese Option nutzen. JPEG-Datein sind in den meisten Fällen extrem komprimiert und du verlierst so eventuell einige Details.
· Wenn möglich stelle sicher, dass die Sonne hinter dir steht, wenn du eine Aufnahme tätigst. Sollte der Unterschied zwischen den Hellen und Dunklen Bereichen zu groß sein, kann in den meisten Fällen nicht mehr viel aus einer Ausnahme rausgeholt werden.
· Starte mit einer geringen stärke bei Effekten und Filtern und steigere diese langsam, bis du das gewünschte Ergebnis erzielst. So vermeidest du Nebeneffekte und machst es dir einfacher Anpassungen vorzunehmen.
· Sei vorsichtig bei der Farbsättigung deiner Bilder, da sonst deine Aufnahme schnell zu bunt und wie ein Comic aussehen kann.
· Versuche es mit den Filtern nicht zu übertreiben. In der Regel reicht es bei einer HDR-Aufnahme aus, Helligkeit und Sättigung anzupassen um ein natürliches Ergebnis zu erhalten.
· Solltest du Photoshop besitzen bzw. bist bereit dich wirklich ein wenig mit der Bildbearbeitung zu befassen, gibt es zahlreiche und geniale Tutorials mit denen du um einiges mehr aus deinen Aufnahmen herausholen kannst.