Kameradrohnen

Yuneec – Tornado H920 Test

Eigenschaften
Marke

Yuneec

Modell

Tornado H920

Breite

969mm

Länge

849mm

Höhe

461mm

Gewicht

4990g (mit GB603, GH4 Kamera und Akku)

Flugdauer

24 Min

Propellergröße

440 mm (Durchmesser)

Kamera

(Optional) Daten der CGO4-Kamera

    Sensor

m 4/3 Live CMOS Sensor

    Auflösung

Video = 4k 30fps (100Mbps)
Foto = 16 Megapixel

    Belichtungszeit

1/8000s bis 60s

    ISO

100 bis 25.600

    Grösse

165 x 219 x 196mm

    Gimbal-Axen

3

    Gewicht

1200g

Batterie

6S 4000 mAh 8C LiPo (Kopter)
1S 8700 mAh Li-Ion (Sender)

Sender

24 Kanäle, 2,4 GHz mit 5,8 GHz Video-Downlink (enthalten)

Leistung
    Max. Flughöhe (absolut/relativ)

4000m / 122m

    Max. Rotationsgeschwindigkeit & Winkel

100°/s ; 35°

    Max Fluggeschwindigkeit

40km/h

Jahr

2015

Preis

Neben gut verkäuflichen Consumer-Produkten setzen die großen Kopter-Hersteller auf die Entwicklung und Herstellung von Systemen, die auf die Bedürfnisse von professionellen Luftbildfotografen, aber auch für Inspektionsaufgaben abgestimmt und konzipiert wurden. Yuneec hat mit dem Tornado H920 und der CGO4-Gimbal-Kamera ein solches Profi-System im Sortiment.

Tornado H920 und nun?

Das Profimodell aus dem Sortiment von Yuneec hat es in sich. Mit einem Durchmesser von fast einem Meter, sechs Rotoren und einer Gimbal-Kamera, die auf der GH4 dem Flaggschiff von Panasonics MFT-Kameras basiert, ist der Kopter eindeutig im Profisegment angesedielt. Dabei ist er so einfach und sicher zu bedienen, wie Yuneecs Consumer-Top-Modelle. Ein Kurs, indem der spätere Tornado-Nutzer erfährt, worauf er achten muss, wie man den großen Hexa fliegt und ihn in kritischen Situationen sicher landet, gehört zum Komplettpaket, das man mit dem Tornado H920 erwirbt. Die Schulung findet entweder bei einem ausgebildeten Fachhändler oder aber direkt bei Yuneec statt. Da sich das Modell mit einem Verkaufspreis von mehrerern Tausend Euro an kommerzielle Nutzer und weniger an Hobby- und Freizeitpiloten richtet, ist dieser Kurs sinnvoll.

Einführung

Begonnen wird kurz mit einem theoretischen Teil der Schulung. In einem mehrseitigen Skript werden neben den Grundlagen des Kopterfliegens sowie den technischen Basics auch die rechtlichen Aspekte beleuchtet und ausführlich vorgestellt. Anschließend geht es and den praktischen Teil.
Ein großer, quadratischer Koffer, ein kleinerer Koffer und ein Karton mit dem ST12-Sender bilden den Lieferumfang. Die Vorfreude steigt und als der Kopter-Koffer geöffnet und der H920 herausgenommen wird, ist die Begeisterung groß. Mit heruntergeklappten Auslegern und ausgefahrerenem Landegestell kommt der Tornado nahezu komplett flugfertig aus der Verpackung. Dann geht es an den Aufbau sowie die praktische Einführung in das System. Das Highlight des Sets findet sich ganz unten im Koffer, der Sender ST24. Es handelt sich um ein kleines Wunderwerk der Technik und verfügt über ein Display, das von der Größe her manches Smartphone klein aussehen lässt.

Geflogen wird der Tornado H920 allerdings mit der ST12. Die ST24 ist im Auslieferungszustand für den Kamera-Operator voreingestellt. Zunächst muss die ST24, dann die ST12 angeschaltet werden. Der Kopter wird erst dann aktiviert, wenn beide Sender hochgefahren sind. Nach einer kurzen Initialisierungsphase zeigt die ST24 das Live-Bild der CGO4 an. Im Gegensatz zu Action-oder anderen Systemkameras auf dem Markt kann man die 4K-Gimbal-Kamera mittels ST24 wie eine normale Kamera bedienen, Modi auswählen, ISO-Werte bestimmen und Zoomen.

Erster Eindruck

Bereits auf den ersten Blick wird die qualitativ hochwertige Verarbeitung deutlich. In Kombination mit der einfachen Bedienbarkeit und einer ganzen Reihe von Sicherheitsfeatures richtet er sich neben modellflugerfahrenen Nutzern speziell an Personen, die keine oder nur wenig Flugerfahrung haben. Daher gestaltet sich die Komplettierung sehr einfach. Hier hilft die ausführliche deutschsprachige Anleitung.

Die notwendigen Arbeitsschritte beschränken sich darauf, die bereits am Kopter befestigte, gedämpfte Halterung für die CGO4 umzubauen. Im Auslieferungszustand sind zwölf Dämpfergummis verbaut. Neun davon werden komplett entfernt, die äußeren gegen längere Exemplare getauscht, die durch Splinte am Überdehnen gehindert werden. Anschließend kann die gesamte Gimbaleinheit angeschraubt werden. Nun noch das Verbindungskabel am Kopter anschließen und schon ist die CGO4 einsatzbereit. Yuneec verspricht auf diese Weise bei höheren Geschwindigkeiten den ungewünschten Jello-Effekt, der sich durch Bildwabern manifestiert, beseitigen zu können.
Doppelladegerät, wie das erforderliche Zubehör zum Anschluss wie Ladekabel und Balancer-Board liegen bei. Mittels Mini-USB-Kabel wird der Akku der St24 geladen. Bei den Sender-Akkus handelt es sich um LiIon-Zellen und nicht um LiPos. Der Vorteil liegt darin, dass der Akku nicht beschädigt wird, wenn er komplett entladen wird. Passieren kann so etwas schnell, wenn man nach dem Flug vergisst, den Transmitter zu deaktivieren. Der H920 ist ein richtiger Brummer, lässt sich aber transportabel zusammenfalten. Zusammen mit den beiden Flugakkus, die serienmäßig zum Lieferumfang gehören, wiegt das System rund 4.992g und liegt damit – wenn auch nur knapp immernoch unter der 5kg Grenze.

Der Sender

Bei den zum Set gehörenden Sendern handelt es sich um die ST12, einen 2,4GHz-Zwölfkanal-Sender mit 5,8GHz-FPV-Link sowie die ST24. Letztere verfügt über 24 Kanäle, ist in der Lage Telemetriedaten zu loggen und ist mit einem HDMI-Ausgang ausgestattet, der es ermöglicht, HD-Monitore oder Videobrillen anzuschließen. Die Bedienung erfolgt bei beiden Sendern über ein berührungsempfindliches Display, das zudem als FPV-Monitor genutzt werden kann. Das Betriebssystem basiert auf Googles-Android. Die Bedienung sowie die Menüführung erfolgen intuitiv. Einziges Manko: Bei der ST24 sind die einzelnen Schalter und Geber nicht mit ihren Funktionen beschriftet. Das ist darauf zurückzuführen, dass je nach Einsatzzweck als Kamera-Operator-Station oder Sender zur Steuerung des Tornado H920 unterschiedliche Belegungen vorliegen. Die Anleitung geht auf diese Punkte ein. Mit ein wenig Training stellen sich schnell Erfolgserlebnisse und auch Routine ein.
Die Funktion der CGO4 kann man hervorragend an Land prüfen – am besten zunächst ohne Propeller. Erst die Sender, dann den Kopter anschalten. In der Initialisierungsphase rotiert die CGO4 einmal um 360° Grad und richtet sich dann aus. Auf der ST24 erscheint das Livebild der Cam. Da der 24-Kanal-Transmitter ausschließlich an die CGO4 gebunden ist, braucht man sich keine Sorgen machen, dass irgendeine Aktion zu einem versehentlichen Anlaufen der Motoren führen könnte. Aus diesem Grund kann man in aller Ruhe den Funktionsumfang der Gimbal-Kamera und deren Steuerung über die ST24 ausprobieren. Dies beginnt bei der Ausrichtung der CGO4 – beispielsweise stets waagerecht nach vorne oder die freie Steuerung der Kamera über die Kreuzknüppel des Senders.
Wer schon mal eine MFT-Kamera von Panasonic bedient hat, findet sich in der Menüstruktur gut zurecht, alle anderen gewöhnen sich aufgrund der guten intuitiven Bedienbarkeit schnell daran. Es lassen sich nicht nur unterschiedliche Aufnahmemodi wählen, auch Feineinstellungen von ISO-Werten, dem Weißabgleich und vielem mehr funktioniert mit einem Fingertipp aufs Display. Schnell wird klar, dass der Funktionsumfang gigantisch ist und es seine Zeit braucht, bis man alle Facetten verinnerlicht hat. Bilder und Videos werden auf einer SD-Karte in der Kamera abgelegt. Wer hier spart, wird keine Freude am Ergebnis haben. Karten, deren Schreibgeschwindigkeit nicht ausreicht sorgen zwangsläufig für Aussetzer und Fehler in den Clips. Die ST24 hat im Übrigen noch mehr zu bieten. Sie ist ein vollwertiges Tablet. Man kann mit ihr im Internet surfen, seine E-Mails abrufen oder Musik hören. Sogar Fotos kann man dank der rückwärtigen Kamera erstellen. Das ist einzigartig und sehr praktisch. Ergeben sich daraus doch viele Möglichkeiten speziell für gewerbliche Piloten. Währen einer Session E-Mail-Kontakt zum Auftraggeber aufzunehmen und vieles mehr.

Zu beginn

· Flug- und Sender-Akkus laden
· Muffen, die die Ausleger fixieren festziehen
· Propeller auf festen Sitz und Beschädigungen prüfen
· Smart-Mode am Sender deaktivieren
· Auswahlschalter für das Landegestell auf „Down“ stellen
· Zuerst Sender dann Kopter aktivieren
· Blinkfolge am Heck des Tornado beachten
· Gegebenfalls Kopter neu kalibrieren
· Sicherheitsabstand beachten und Motoren starten

Abflug

Hat man sich mit der Tornado H920 vertraut gemacht, steht dem Erstflug nichts im Wege. Die Akkus sind in ihren Halterungen auf der Rückseite verstaut und mit Klettband gegen Verrutschen gesichert. Sender aktivieren und nach der Initialisierungsphase den Tornado H920 einschalten. Der Kopter signalisiert mit einer Tonfolge die Bereitschaft und die CGO4 dreht sich einmal um die eigene Achse, bis sie sich frontal ausrichtet. Die ST24 zeigt das Kamerabild und die ST12 signalisiert nach wenigen Sekunden, dass der GPS-Mode zur Verfügung steht – 14 Satelliten sind dank GPS und GLONASS-Unterstützung schnell gefunden. Eine Kalibrierung des H920 ist nicht bzw. nur in wenigen Fällen erforderlich, was den Startprozess deutlich vereinfacht. Jetzt den Start-Button für drei Sekunden gedrückt halten und die Propeller des H920 beginnen sich, einer nach dem anderen zu drehen. Gibt man nun Gas (Auslieferungszustand Mode 2), laufen die Motoren hoch. Erst dann hebt der Kopter ab. Die Geräuschkulisse, die der Tornado H920 erzeugt ist dumpf und keineswegs störend. Die großen Props in Kombination mit den starken Motoren sorgen für enorme Leistungsreserven. Der Tornado gewinnt, rasant an Höhe und stabilisiert sich dank GPS-Mode jederzeit, sobald kein Befehl des Piloten erfolgt. Selbst bei leichten Böen steht der Kopter wie angenagelt in der Luft und hält seine Position. Den Bodeneffekt scheint das System nicht zu kennen. Steuerbefehle werden direkt umgesetzt. Wie man es auch schon vom kleinen Bruder, dem Typhoon Q500 4K kennt, erlaubt sich das RC-System keine Schwächen. Die ST12 empfängt aktuelle Telemetriedaten, während die ST24 verzögerungsfrei das Livebild der CGO4 streamt und dem Camera-Operator die Möglichkeit gibt, das Gimbal anzusteuern und die Qualität der Aufnahme zu bestimmen.

In der Luft

Bringt man den entsprechenden Zweiwegeschalter in die obere Position, fährt das Landegestell des Tornado H920 hoch und ermöglicht der CGO4 eine störungsfreie Rundumsicht. Sie dreht übrigens endlos. Die Steigleistung der Tornado H920 ist ordentlich. Der Kopter beschleunigt und gut und hält dabei nahezu exakt die Höhe. Die Geschwindigkeit, die mit diesem System möglich ist, ist beeindruckend. Gleiches gilt für agile Flugmanöver. Der Kopter liegt sehr exakt an den Steuerknüppeln und setzt die Befehle direkt um. Auf diese Weise ist mit dem vergleichsweise großen Tornado H920 dynamisches Fliegen möglich. Die Gimbal-Kamera stört sich an solchen Manövern nicht. Man vergiss schnell, dass es sich um kein Sportgerät handelt, sondern um eine professionelle Kameradrohne.
Die Tornado H920 setzt bei einer Landung sicher auf und die Motoren können mit einem erneuten Druck auf den Start-Stopp-Button gestoppt werden. Natürlich beherrscht die Tornado H920 auch einen Coming-Home-Mode. Aktiviert man diesen, fliegt der Tornado H920 zurück und landet unter Einhaltung der 8-Meter-Sicherheitszone in entsprechender Entfernung vom Piloten. Unerfahrende Piloten werden den Smart-Mode schätzen lernen. Der Kopter bewegt sich unabhängig von der Ausrichtung der Nase immer nur seitlich (links und rechts) sowie vorwärts/rückwärts. Somit behält man auch aus einer unübersichtlichen Situation heraus die Orientierung und kann sicher navigieren. Das kann auch helfen, wenn die Lageerkennung des Tornado H920 nicht mehr gegeben ist. Features wie die Follow-Me oder Watch-Me-Funktion sind im Tornado H920 nicht implementiert. Starten im Smart-Mode sollte man übrigens auf jeden Fall vermeiden, da das System mit dem Abheben einen Sicherheitsabstand von 8-Metern herstellen möchte. Daher stets im Angle- oder GPS-Mode starten. Hat man sich für Ersteren entschieden, möchte dann aber auf den GPS-Mode wechseln, kann dies während des Flugs erfolgen. Eine Zwischenlandung ist nicht erforderlich.
Nach 15 Minuten warnt das System über den Sender vor leerer werdenden Akkus. Wer nicht sofort den Landevorgang einleitet, wie kurze Zeit später ein weiteres Mal gewarnt. Wer dies ebenfalls ignoriert sollte sicherstellen, dass der Tornado H920 über einem offenen Gelände fliegt, denn bei der dritten Warnung setzt dieser an Ort und Stelle zur Landung an. Nach dem Erstflug wird der Kopter ausgeschaltet, die Akkus abgesteckt und anschließend die Sender deaktiviert.

Fazit

Für die Auswertung der Aufnahmen am Pc, wird die Speicherkarte aus der Kamera entfernt und am PC angeschlossen. Die Videos sind gestochen scharf, farbecht und überzeugen durch einen gerade Horizont. Bei der CGO4 handelt es sich um keine Action-Cam, sondern um ein MFT-System. Die Aufnahmen sind ruckelfrei und frei vom Jello-Effekt. Hier hat die Umrüstung der Gimbal-Halterung Wirkung gezeigt. Die CGO4 beherrscht auch das Aufnehmen von Fotos. Für Hobbyfotografen ist dieses System mehr als ausreichend, erfahrene Fotografen bekommen mit der Premium Version des H920 ein verlässliches Arbeitsgerät, mit dem professionelle Aufnahmen entstehen und man zudem richtig Spaß haben kann.

Downloads

Bedienungsanleitung (Englisch) – Yuneec Tornado H920

Bilder und Videos