Kameradrohnen

Yuneec – Typhoon Q500 4K Test

Eigenschaften
Marke

Yuneec

Modell

Typhoon Q500 4K

Breite

420mm

Länge

420mm

Höhe

210mm

Gewicht

1700g mit Akku
1130g ohne Akku und Zubehör

Flugdauer

20-25 Min

Kamera
    Gewicht

200g

    Fokussystem

Aerial Optimized Fixed Focus

    Linse

14 mm f/2,8 – Ohne Bildkrümmung

    Videoauflösung

UHD: 4K 30fps; 2,7k 30fps; 2,5K 30fps; Full-HD 1080p 24 bis 120fps

    Fotoauflösung

12 Megapixel

Batterie

3S 11,1 V 5400 mAh LiPo-Akku (enthalten)

Speicher

Micro SD Class 10,4 bis 128 GB (optional)

Sender
    Größe

115 x 188 x 242mm

    Eigenschaften

10 Kanäle, 5,8 GHz
5,5" Multi-touch Display (854x480px)
3,6V 5200 mAh 18,72Wh

Leistung
    Fluggeschwinddigkeit

8 m/s

    Steig/ Sinkgeschwindigkeit

+3m/s / -2m/s

Jahr

2015

Preis

Mit den Koptern der Typhoon-Klasse hat Yuneec ausgereifte Ready-To-Fly-Modelle auf den Markt gebracht, die in der Kopter-Szene für Furore sorgen. Den Anfang machte Typhoon schon damals mit dem Q500. Seit kurzem ist nun die dritte Version des Typhoon Q500 erhältlich. Diese heißt Q500 4K und der Name ist Programm. Die zum Rundumsorglospaket gehörende CGO3-Cam nimmt in 4K-Qualität auf und soll filmreife Aufnahmen garantieren

Was steckt drin

Ausgeliefert wird der Typhoon Q500 4K Black Edition von Yuneec in einem schicken und überaus praktischen Alu-Koffer, in dem sämtliche Teile des Sets Platz finden. Dazu zählen neben der Drohne, die bereits mit Dreiachs-Gimbal und Kamera bestückt ist, unter anderem die Fernsteuerung des Typs ST10+, zwei 3S-LiPo mit einer Kapazität von jeweils 5.400mAh und natürlich das passende Ladegerät, zwei Propeller-Sätze, ein Steadygrip sowie weiteres Zubehör. Die ausführliche Anleitung zum Typhoon Q500 4K befindet sich inkluvsive Erklärvideos auf der 16GB Micro-SD Speicherkarte, die bereits in der 4K-Kamera des Typs CGO3 platziert ist.
Befreit man den Kopter aus dem Styropor-Inlay des Koffers, zeigt sich, dass zu seiner Komplettierung nur noch die Propeller befestigt werden müssen. Diese fallen deutlich länger aus als Luftschrauben vergleichbarer Modelle. Das hängt damit zusammen, dass Yuneec bei allen Typhoon-Modellen auf ein Setup setzt, welches auf langsam drehenden Motoren in Kombination mit langen Props basiert. Letztere sind 330mm lang und bestehen aus relativ biegsamen Kunststoff.
Für eine verbesserte Kühlung der Aggregate, die über eine spezifische Drehzahl von 700 Umdrehungen pro Minute und Volt verfügen, sind an den Prob-Naben Lüfterschaufeln eingelassen. Für eine kraftschlüssige Verbindung sorgen integrierte Alu-Spinner mit Gewinde. Es reicht vollkommen aus, die Props handfest bis zum dämpfenden O-Ring-Anschlag auf der Welle festzudrehen. Hierbei gilt es, wie bei jedem Multikopter, auf die Drehrichtung der Motoren zu achten. Um die Luftschrauben zu demontieren, liegt eine Kunststoffklemme bei, mit der man die Motorglocken in die Zange nehmen kann.
Alle Modelle der Typhoon-Serie zeichnen sich durch einen robusten Aufbau aus. Während die ersten beiden Varianten in Weiß daherkamen, präsentiert sich die Black Edition, wie der Name schon sagt, in edlem Schwarz. Das gilt im Übrigen auch für den Sender des Typs ST10+. Der Q500 4K kommt serienmäßig mit einem komplett aufgebauten, torsionssteifen Chassis samt Auslegern und verschraubten Landekufen aus dem Karton. Letztere sorgen nicht nur für einen sicheren Stand, sondern schützen zudem die Gimbal-Kamera-Einheit wirkungsvoll vor Bodenkontakt.

Clever gelöst

Der 3s-LiPo-Akku wird über eine Klappe am Heck eingeschoben. Der Energiespender verfügt über feste Kontakte, die exakt in die im Kopter verbauten Gegenstücke greifen und somit eine sichere Verbindung garantieren – sofern man ihn bis zum Anschlag einschiebt. Um den LiPo zu entfernen, wird er einfach am rückwärtigen Griff aus dem Schacht herausgezogen. Eine shr praktische Lösung, was das Handling enorm vereinfacht. Geladen werden die Flugakkus über den beiliegenden Balancer-Charger. Dieser ist in der Lage, den Energieriegel mit 3,5 Ampere zu befüllen. Erfreulicherweise hat Yuneec seinen Akkus einen EC3-Anschluss verpasst, sodass man sie auch mit einem bereits vorhandenen Kompaktlader aufladen kann. Das geht deutlich schneller und ist ein äußerst praktisches Feature. Da der Typhoon Q500 4K über einen zusätzlichen Ein-Aus-Schalter verfügt, braucht man sich übrigens keine Sorgen zu machen, das Modell mit dem Einsetzen des Akkus scharf zu stellen. Hinter dem Schalter ist eine Status-LED platziert, die zusammen mit den LED in den Motorgondeln mittels Blinkfolgen über den Betriebszustand des Modells informiert.

Der Sender

Neben dem Kopter selbst ist der beiliegende Zehnkanalsender, die ST10+, das Herzstück des Sets. Er stellt die Kommando-Zentral des gesamten Pakets dar, ist mit einem Android-basierten Betriebssystem versehen und verfügt im Vergleich zum Vorgängermodell ST10 über einen 5,5-Zoll-Touch-Display. Dank des leichten, bereits in der Fernsteuerung platzierten Sender-Akkus ist die Anlage angenehm leicht. Natürlich sind alle Bedienelemente sehr gut erreichbar. Die Kreuzknüppel sind serienmäßig in Mode 2 eingestellt. Dies lässt sich softwareseitig jederzeit ändern. Die beiden seitlich am Gehäuse angebrachten Schieber dienen zur Steuerung der Kamera um die Querachse sowie zur Einstellung der Flugagilität. Beide Parameter können stufenlos eingestellt werden. Foto- und Videoaufnahmen startet man über die entsprechend markierten Schalter an der Front der Anlage. Der markante rote Taster startet und stoppt die Motoren. Der Dreiwege-Flugphasen-Schalter ermöglicht einen Wechsel zwischen dem einsteiger-geeigneten Smart-Mode, dem Angle-Mode, bei dem sich der Typhoon Q500 4K wie ein typisches RC-Modell steuern lässt und der Home-Funktion.

Auf dem Display des Senders wird nach dem Binden mit dem Kopter nicht nur das Live-Bild der Kamera, sondern auch die Richtung des Startpunkts angezeigt. Darüber hinaus gibt das System verschiedene Telemetriedaten wie die Spannung des Flugakkus, die aktuelle Höhe und die Anzahl der Satelliten aus. Über die unterschiedlichen Menüs können diverse System-, Modell- und Kamera-Parameter eingestellt werden. Obwohl kein deutschsprachiges Interface zur Verfügung steht, ist die Menüführung intuitiv erfassbar und theoretisch auch ohne Anleitung problemlos verständlich. Um den Senderakku zu befüllen, liegt ein USB-Kabel samt passendem Stecker bei.

Die Kamera

Spricht man von der ST10+ als Herzstück, muss man die CGO3 4K ebenfalls so bezeichnen. Die Dreiachskamera ist in der Lage, Videos in 4K-Auflösung aufzunehmen und Fotos mit einer Größe von 12 Megapixel. Das Gimbal, das leicht vom Kopter gelöst und mit dem beiligenden Steadygrip betrieben werden kann – um auch ohne Kopter ruckelfreie Aufnahmen machen zu können -, wiegt lediglich 195g und verfügt über einen nahezu verzerrungsfreien Weitwinkel von 115° Grad. Abgelegt werden die Aufnahmen au einer 16GB-Micro-SD-Speicherkarte. Diese kann durch Speicherkarten mit einer größe von bis zu 128GB ersetzt werden – man sollte jedoch stets darauf achten, nur Karten der Klasse 10 zu verwenden. Ansonsten sind die Datenmengen kaum zu verarbeiten und es entstehen keine ruckelfreien Aufnahmen. Die Übertragung des Live-Bildes auf die ST10+ findet mittels 5,8GHz Technik statt.

In der Luft

Die Flugeigenschaften des Typhoon Q500 4K Black Edition sind wie die seiner Vorgängermodelle herausragend. Nach dem Start der Motoren wird die Drehzahl erhöht und der Kopter hebt gemächlich ab. Lässt man die Knüppel los, verharrt das Modell auf der Stelle und lässt sich dabei auch von böigem Wind nicht stören. Die Steuerelektronik gleicht alle äußeren Einflüsse perfekt aus. Für wackelfreie Aufnahmen sorgt zudem das Gimbal in Kombination mit der CGO3-Kamera. Setzt man den Steigflug fort, gewinnt der Kopter kontinuierlich an Höhe. Die ST10+ gibt dank ihres 5,5 Zoll großen Displays stets ein Feedback in Form von Telemetriedaten und einem Live-Bild der Kamera.
Die Agilität des Kopters wird über den rechten Schieber des Senders gesteuert. Das Schildkröten-Symbol wiest auf die langsame, der Hase auf eine schnelle Gangart hin. Für erfahrende RC-Modellflieger wirkt selbst der Hasen-Mode etwas behäbig, dies ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass der Kopter für die Kamera arbeitet. Ein zu hektischer Antritt könnte das Gimbal überfordern, was zu unerwünschten Rucklern bei den Videos führen würde. Nichtsdestotrotz lässt sich der Q500 4K dynamisch bewegen und es macht Spaß, im Angle-Mode über den Spot zu fliegen. Die Video-Aufnahme wird über den Sender gestartet – und nach fünf Minuten unterbrochen. Dies ist wegen der großen Datenmenge, die sich aufgrund der 4K-Aufnahme auf der Speicherkarte ansammelt, sicherlich auch sinnvoll. Ist eine Datei erstellt, legt die CGO3 sofort eine neue an, sodass man beide bei der späteren Bearbeitung am PC problemlos zusammenschneiden kann. Die Speicherkarte, die dem Q500 4K beiliegt, hat eine Kapazität von 16GB, Rechnet man 2GB pro 5 Minuten, ergibt das eine theoretisch-mögliche Aufnahmezeit von 40 Minuten. Bei einer realistischen Flugzeit von 25 Minuten – je nach Flugstil – ist hier noch etwas Luft nach oben.
Weniger erfahrende Modellflieger verwenden den Typhoon Q500 4K nicht im Angle-Mode, sondern greifen auf den Smart-Mode zurück. Dieser richtet ich an Hobbyfilmer, die bislang keine Erfahrung mit einem RC-Sender haben. Das Besondere in diesem Mode: Der Kopter bewegt sich unabhängig von der Ausrichtung der Nase immer nur seitlich (links und rechts) sowie vorwärts/rückwärts. Somit behält man auch aus einer unübersichtlichen Situation heraus die Orientierung und kann sicher navigieren. Zudem stehen im Smart-Mode eine Follow-Me sowie eine Watch Me-Funktion zur Verfügung. Bei ersterer folgt der Kopter dem Sender. Dabei sollte der Pilot tunlichst darauf achten, weder das Modell aus den Augen zu lassen noch den Typhoon Q500 4K auf Hindernisse zuzusteuern. Eine entsprechende Erkennung ist nicht implementiert. Gleiches gilt bei Steigungen. Geht man einen Berg hinauf, wird der Kopter unweigerlich irgendwann zerschellen, wenn man nicht eingreift. Schließlich hält das Modell stets die Höhe bei und reguliert nicht automatisch nach. Bei der Watch-Me-Funktion fokusiert die CGO3 stets den Piloten. Ist die Situation unübersichtlich oder hat der Pilot die Kontrolle verloren, ist ein Coming-Home-Mode implementiert. Wählt man diesen, kehrt der Kopter eigenstädnig zur Startposition zurück und landet selstständig.

Am Pc

Nach den ersten Testflügen geht es nach Hause auf den PC. Mittels Adapter werden die Daten von der MicroSD-Karte aus der CGO3 auf den PC übertragen und die aufgenommenen Vidoes einer Sichtprüfung unterzogen. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Davon ausgehend, dass der angeschlossene Monitor nicht in der Lage ist, die 4K-Aufnahmen in voller Auflösung wiederzugeben, ist das Bild bereits gestochen scharf und alle Details sind gut sichtbar. Der Kontrast ist hoch und die Farben sind kräftig. Bei genauer Betrachtung ist ein leicht geschwungener Horizont festzustellen, was dem Weitwinkel der Kamera geschuldet ist. Dieser fällt jedoch nur bei genauem Hinsehen und nicht unbedingt negativ auf. Stattdessen können die Aufnahmen der CGO3 voll und ganz überzeugen. Besonders beeindruckend ist, wie gut und schnell die Kamera beim Hell-Dunkel-Ausgleich arbeitet. Wo verschiedene Action-Cams länger brauchen, um nachzuregulieren, ist bei der Kamera des Typhoon Q500 4K kaum Versatz festzustellen. Dies gilt auch für unscharfe Bereiche, Ruckler oder gar Bildstörungen. Diese kommen schlicht und ergreifend nicht vor. Was hingegen schon mal passieren kann, ist das die vorderen Rotoren ins Bild kommen. Speziell wenn man mit den großen Ausschlägen unterwegs ist und das Kamera-Gimbal manuell etwas nach oben gerichtet wurde, um ein besseres Verhältnis zwischen Himmel und Erde zu realisieren.
Beachten sollte man, dass man für die Videoverarbeitung von 4K videos neben einem leistungsstarken Rechner auch entsprechende Programme benötigt, die mit der Auflösung fertig werden. Bevor man sich eine entsprechende Software kauft, sollte man sich gut informieren. Doch 4K ist nciht alles, was der Typhoon Q500 4K kann. Auch Full-HD-Videos in Slow-Motion sind kein Problem für die CGO3. Schließlich beherrscht die Cam bei 1080p Aufnahmen mit sagenhaften 120fps. Andere Kamera-Parameter können über das Menü der ST10+ programmiert werden. Lädt man sich die kostenlose Yuneec-Software herunter und verbindet den Kopter mit dem Interface USB-Kabel mit dem PC beziehungsweise Mac, können weitere Features programmiert und natürlich die Firmware aktualisiert werden. Mit der Software können eigene Fluggrenzen (Standard 300 Meter) festgelegt sowie Einstellungen überwacht und angepasst werden.

Fazit

Der Typhoon Q500 4K begeistert schlichtweg. Das Rundumsorglospaket ermöglicht es auch Hobbyeinsteigern ohne Modellflugerfahrung schnell und sicher Luftaufnahmen in 4K-Auflösung zu erstellen, die absolut kinoreif sind. Der komplette Lieferumfang der Black Edition weiß ebenfalls zu gefallen. Neben dem schicken Koffer überzeugen vor allem der zweite Akku und das Steadygrip für Aufnahmen ohne Kopter. Wie bereits bei den Vorgängermodellen, sind die Flugeigenschaften sehr gut und können an die eigenen Fähigkeiten angepasst werden. Die Steuerung mit der ST10+ kombiniert maximale Übersichtlichkeit mit hoher Betriebssicherheit und einer einfachen Menüführung. Das Nonplus-Ultra des Sets ist allerdings die CGO3. Die über drei Achsen stabilisierte Kamera nimmt ruckelfreie Videos in einer fantastischen Qualität auf und braucht sich auch vor Action-Cam-Flaggschiffen von GoPro nicht zu verstecken.

Downloads

Bedienungsanleitung (Englisch) – Yuneec Typhoon Q500 4K
Quick-Start (Englisch) – Yuneec Typhoon Q500 4K
Quick-Start ST10+ (Englisch) – Yuneec Typhoon Q500 4K

Bilder und Videos